Jede Reise geht einmal zu Ende. Doch wie sich das Ende bei uns einläutete, hätte nicht sein müssen. Am 07.02., zwei Tage vor Abgabe des Wohnmobils, haben wir uns die letzte Wanderung vorgenommen. In den Ausläufern der Südalpen, genauer gesagt am Fuße des Mt. Thomas, soll es eine 2-3 Stunden-Wanderung sein.
Vor Ort angekommen, regnet es wieder einmal leicht. Wir machen uns dennoch startklar und gehen los. Die Strecke war nicht sehr spannend was die Umgebung angeht. Dafür forderte sie uns körperlich recht stark. Wir sind alle froh, als wir wieder am Wohnmobil ankommen.
Also fix die Kamera abstellen, Béla aus der Trage befreien und den gemeinsamen Mittagshunger befriedigen. Als sich die Unruhe von Jaron und Béla immer mehr ausbreitet, entschlossen wir uns weiter zu fahren. Für die letzten zwei Nächte wollten wir uns in oder um Christchurch einmieten und so fuhren wir 45 min weiter bis nach Kairaki.
Dort angekommen ist noch reichlich Zeit, um noch einmal zum Meer zugehen. Wahrscheinlich für ein letztes Mal in diesem Urlaub. Also anziehen, Buggy aufbauen und Kamera schnappen. Das Wort Kamera hatte ich nicht einmal ausgesprochen, da war mir klar sie ist weg. Mein Blick zu Karina bestätigt mir meinen Gedanken. Wir erinnern uns beide wo ich sie zwei Stunden zuvor nach dem Ende der Wanderung abgestellt hatte und was danach passierte.
Mit diesem Moment war für mich die Reise quasi vorbei. Motivation für die restlichen Tage – Fehlanzeige. Verständlicherweise sehr zum Missfallen von Karina und hier habt ihr nun auch den Grund für die Sendepause vor Ende der Reise. Mich traf dabei weniger der Verlust der Kamera selbst, umso mehr der Verlust der Bilder. In der Kamera (übrigens eine nagenneue Sony Alpha 7ii mit Objektiv SEL2870) war eine große SD-Karte mit ALLEN Bildern. Es wurden bis dahin an die 4.000 Bilder geschossen. Dabei auch Bilder von Weihnachten und den Geburtstagen der Jungs. Darüber hinaus viele Fotos von Béla. Bilder die sich nicht wiederholen lassen. Das macht mich bis heute sehr sehr traurig.
Der Tritt am Fahrerhaus war zum ersten und auch zum letzten Mal der Abstellort für die Kamera. Nach dem Ablegen dort hielten wir uns bestimmt noch eine Stunde innen auf bevor wir losfuhren. Genug Zeit in der die Kamera kein Thema war und so völlig aus dem Kopf verschwand.
Ich bin zwar noch einmal zurück zum Ort des „Geschehens“ gefahren, hab alles abgesucht und Leute befragt. Doch Fehlanzeige. Bei der Polizei sowie dem zuständigen DOC-Büro habe ich den Verlust gemeldet und hoffe bis heute dass der Finder sich einen Ruck gibt und versucht zumindest die Bilder zurückzugeben.
Ich habe während der Reise einmal ein Backup der Bilder gemacht. Das hatte ich schon fast vergessen. Kündigt sich hier jetzt ein keines Happy End an? Ich weiß es bis jetzt nicht. Vielleicht habe ich es noch auf der Nordinsel gemacht, vielleicht auch nach zwei Wochen auf der Südinsel. Keine Ahnung! Bis jetzt habe ich mich ehrlich gesagt nicht getraut den Laptop wieder anzuschalten um den genauen Verlust an Bildern zu sehen.